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Martin Kemper (geb. 23.6.1935) war nach seinem Studium in Köln (1955-62), wo er bereits Kontakt zu führenden Persönlichkeiten der Werkgemeinschaft Musik e.V. hatte, einige Jahre Musiklehrer am St. Ursula Gymnasium Köln und wurde von dort an die Pädagogische Hochschule Neuss berufen; 1969 erhielt er einen Ruf an die PH Karlsruhe, wo er bis 1997 tätig war.
Seine Ambition war, den Studierenden und Lehrenden die Popmusik als ernstzunehmende Musikrichtung nahezubringen. Eine Unterscheidung von E- und U-Musik gab es für ihn nicht. Diese Ansicht vermittelte er auch in vielen WDR-Schulfunksendungen, die er zusammen mit Karl Weber produzierte.

Bei Veranstaltungen der WGM in Wies war er mehrere Male Referent für Blockflöte, die sein Instrument war.
Immer wieder war er Referent und mehrfach auch Leiter der Jahrestagung im Haus Altenberg.
Ich selbst habe Martin Kemper als humorvollen, sehr gebildeten und lebensfrohen Menschen kennen gelernt, der trotz seines Professorentitels mit mir als Schüler ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen konnte.
Ich habe seinen Lebensstil sehr bewundert; auch seine Vorliebe für französische Autos.
In der Zeit von 1979 bis 1988 war er Vorsitzender der WGM.

In seinem Festvortrag zum 60. Geburtstag der WerkGemeinschaft Musik schrieb Dr. Karl Kühling über Prof. Martin Kemper folgenden Abschnitt:

"Mein" erster Werkgemeinschafts-Vorsitzender ist Professor Martin Kemper gewesen - ein feinsinnig nachdenklicher und humorvoller Freund. Er gehört bereits zur Generation der Söhne, denn schon sein Vater Josef Kemper war als Stimmbildner seit 1947 bei der Werkgemeinschaft. Martin Kemper kennt die Werkgemeinschaft subtil, von innen und ist ein kreativer Kopf, der zur Genese der Werkgemeinschaft steht. Noch 1996 schreibt er: "Als Aufgabe sahen die Gründer Pflege, Förderung und Weiterentwicklung der Musik im Rahmen einer christlich (zunächst vorwiegend katholisch) geprägten Jugend- und Kulturarbeit. Im Mittelpunkt standen das Singen und Musizieren geistlicher und weltlicher Musik, die Erneuerung der Liturgie, vor allem in bezug auf deren Musik, und vielfältige musikpädagogische Fragestellungen. - Dieser Zielsetzung ist die Werkgemeinschaft im großen Ganzen treu geblieben. Martin Kemper treibt aber auch frühzeitig die Sorge um eine zunehmend aktueller werdende Frage um, dass die Werkgemeinschaft den Blick immer wieder auf die Jugend zu richten habe, weil deren musische Bildung im Focus aller Aktivitäten stehen solle. So stellt er 1994 anspruchsvoll fest: "Die generelle Zielsetzung der Werkgemeinschaft muss ständig aktualisiert werden und deutlich auf die Zielgruppe Jugendliche ausgerichtet sein..."

Nun ist Martin Kemper am vergangenen Freitag, 18.9.2020, von seiner langen Krankheit, die ihn am Ende sehr beeinträchtigte, erlöst worden. Er ist im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen.
Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

Thomas Berg