Professor Dr. Wilhelm Schepping †
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Bei der Jubiläumsveranstaltung der Werkgemeinschaft Musik im Jahr 2022 in Altenberg war Wilhelm Schepping mit 90 Lebensjahren noch voller Energie dabei. Sein wacher, kritischer Geist und seine Empathie prägten in Jahrzehnten zahlreiche Aktivitäten der Werkgemeinschaft, als Leiter von Werkwochen, in Führungskreis und Vorstand und als Mentor für jüngere Musiker.
Professer Dr. Wilhelm Schepping gehörte zur zweiten Generation der Verantwortlichen in der Werkgemeinschaft Musik. Der Orchesterleiter erarbeitete mit den Teilnehmern zahlreicher Wieswochen von 1968 bis 1984 eine ansehnliche Zahl von Werken der Musikliteratur und brachte sie in begeisternden Konzerten zur Aufführung. Besonders gerne pflegte Wilhelm Schepping die Kammermusik, so gab er mir bei der Stabübergabe in Altenberg 1984 den Rat: „Haben Sie stets einen Koffer voller Noten dabei, die Teilnehmer wollen rund um die Uhr musizieren!“
Für die Jahrestagung im Januar 2000 wählte Wilhelm Schepping sinnfällig den Titel „Musik mit Stimme und Instrument, mit Körper und Geist“. Im Einladungsschreiben verdeutlichte er seine Zielsetzung: „Auf dieser Tagung soll das im Grunde seit Beginn vor fünf Jahrzehnten für die Werkgemeinschaft maßgebliche Konzept umgesetzt werden, das allen Teilnehmer/Innen die Chance bietet, möglichst ganzheitlich musikalisch aktiv zu sein.“ Besonderen Wert legte er darauf, dass neben dem Gesang und Instrumentalspiel auch der Tanz und die geistliche Reflexion angeboten wurden.
In Neuss gründete Wilhelm Schepping mit seiner ebenfalls musikliebenden Frau eine Familie, ihre gemeinsame Fürsorge galt den fünf Töchtern. Er war zunächst Schulmusiker am Quirinusgymnasium, 1957 rief er das Neusser Kammerorchester ins Leben, das er 30 Jahre lang leitete, und 1968 wechselte er in den Hochschuldienst, zunächst an die PH Neuss, sodann nach Düsseldorf, Aachen und schließlich an die Universität zu Köln. Neben seinen beruflichen Pflichten engagierte sich Schepping in Ehrenämtern auf zahlreichen Feldern, so pflegte er besonders die rheinische Mundart. Die Neusser Kulturszene unterstützte er nachhaltig als Vorsitzender von Fördervereinen, im Erzbistum Köln wirkte er in der Kommission für Liturgie und Kirchenmusik mit. Er war ein hochgeachteter und verdienstvoller Musikpädagoge und Musikforscher, ein Inspirator und Mentor, dessen wir ehrend gedenken.
Wilhelm Schepping verstarb am 1. April 2026, in der Nacht zum Mittwoch in der Karwoche, in Neuss im hohen Alter von 94 Jahren.
Unser Beileid gilt seinen Töchtern, die ihn – besonders nach dem Tod seiner lieben Frau – liebevoll umsorgten, und seiner weiteren Familie.
Karl Kühling




