Zum Selbstverständnis der WerkGemeinschaft Musik und zum selbstverständlichen Bestandteil aller Veranstaltungen gehörte schon immer die Spiritualität, die Beschäftigung mit dem eigenen Glauben und dessen Ausdruck vor allem in der Musik.
Die Auswahl von spirituellen Impulsen aus unseren Veranstaltungen, möchte auch als Anregung für die eigene Chorarbeit dienen, indem sie die gesungenen Texte erläutern.


Die Seligpreisungen

Die Musikwoche „Wieser Herbst“ der Werkgemeinschaft Musik (24.-30. 10. 2016) erarbeitete unter der Leitung von Arno Leicht als chorisches Hauptwerk die Vertonung der Seligpreisungen aus dem Oratorium „Christus“ (1853-1873) von Franz Liszt in lateinischer Sprache. Aus diesem Anlass widmete sich der geistliche Leiter, Prof. Dr. Theodor Seidl, bei den täglichen Laudes in den Ansprachen der Auslegung der einzelnen Seligpreisungen: Acht Erklärungen samt Einführung und Zusammenfassung

Die Wallfahrtspsalmen

Im Rahmen der Woche "Wieser Musikherbst" der WerkGemeinschaft Musik in der Wies (26.10-1.11.2015) hat Prof. Dr. Theodor Seidl bei den täglichen Laudes einige Wallfahrtspsalmen eingeführt, kurz erklärt und in der Psalmodie des Neuen Gotteslobs gesungen.
Im Psalter tragen 15 kurze, aufeinander folgende Psalmen, die Psalmen 120-134, die Überschrift schir ha-ma‘lot – „Stufenlied“. Man hat sie daher als Gesänge bezeichnet, die die Jerusalempilger beim Hinaufsteigen zum Heiligtum, auf den Tempelstufen gesungen haben könnten. Weil in manchen der Psalmen auch Momente und Situationen der Jerusalem-Wallfahrt anklingen, tragen sie bisweilen den Namen „Wallfahrtspsalmen“; ja, die ganze Sammlung wurde als Gesangbuch dieser Wallfahrt bezeichnet. Doch ist das Thema der Pilgerschaft nur zu Beginn der Sammlung einschlägig. Jeder einzelne Psalm ist eine Welt für sich und hat seine je besondere Aussage.


Texte zum Mess-Ordinarium

Bild "Chronik 2015:Flyer_Gott_3.jpg"Gleich in 2 Veranstaltungen in 2015 war das Ordinarium der Liturgie - Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus/Benedictus und Agnus Dei - Gegenstand der geistlichen Betrachtungen.

  • Das Musikprogramm der Wieswoche 4 enthielt mit den Messen von Antonin Dvorak, op. 86 und Joseph Rheinberger op. 117 zwei Vertonungen des Messordinariums. Prof. Dr. Theoder Seidl thematisierte die Texte in den Abendandachten der Woche mit dem jeweiligen biblischen Hintergrund in Kurzpredigten und erläuterte ihre Bedeutung für die Chorsänger und Instrumentalisten.

  • Die Andachten in Seddin thematisierten das Credo, das apostolische Glaubensbekenntnis. In 4 Gottesdiensten stand jeweils eine zentrale Aussage im Mittelpunkt der Betrachtungen. Für beide christlichen Konfessionen ist dieser Text eine der wichtigsten Zusammenfassungen unseres Glaubens. Der geistliche Leiter der Woche, Hubert Pfeil, stellte diese Aussagen mit ausgewählten Liedern und Texten in neue Zusammenhänge und verdeutlichte so die Inhalte und die Aktualität dieses alten Textes.


Klage- und Dankpsalmen

Die Hauptwerke der Chor- und Orchesterwoche Wies 4 (12. – 20.8. 2013) waren zwei Psalmvertonungen: Felix Mendelssohn-Bartholdy, „Wie der Hirsch schreit“ – Psalm 42, op. 42 und Heinrich Schütz, „Danket dem Herrn“ – Psalm 136 (SWV 45), ergänzt durch Heinrich Schütz, „Magnifikat“.
Der geistl. Leiter der Woche, Prof. Dr. Theoder Seidl, trug mit seinen Gedanken zum musikalischen und theologischen Verständnis dieser alten Text bei.



„Te Deum“ und „Benedictus“ – Erläuterungen zu zwei hymnischen Texten

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In der Chor- und Orchesterwoche Wies 4 (9. – 17.8. 2012) wurde als Hauptwerk das „Te Deum“ von Edward Elgar (1894) erarbeitet und aufgeführt. Es hat wie andere englische Te-Deum-Kompositionen die Sonderheit, dass im Anschluss an den „Ambrosianischen Lobgesang“ auch der Lobgesang des Zacharias, das „Benedictus“ (Lk 1,68-79) vertont ist. Zur geistlichen Einstimmung der Mitwirkenden erläuterte Prof. Dr. Theodor Seidl in zwei Abendgottesdiensten den Gehalt der beiden hymnischen Texte.


„Stabat Mater“ - Deutung eines alten Gedichts

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Als gemeinsames Hauptwerk erarbeiteten Chor und Orchester der Wieswoche 4 des Jahres 2011 den 2. Satz von G.Verdis Spätwerk „Quattro pezzisacri“: „Stabat Mater“. Im internen Abendgottesdienst am 10.08.2011 gab Prof. Dr. Theodor Seidl eine Einführung in dieses bekannte und vielfach vertonte mittelalterliche Mariengedicht.

Dazu erscheint ebenfalls von Prof. Seidl unter dem Titel "Der Text des Stabat Mater. Geschichte, Formen, Inhalte." ein Artikel im Klerusblatt 92 (2012) Nr. 8/9 (Publikationsorgan des Klerusverband e.V.).